Gastbeitrag: Das Geheimnis des fesselnden Lesevergnügens: Tipps zum Spannungsaufbau in Krimis

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Kriminalgeschichten sind eines der beliebtesten Genres der Literatur. Die faszinierende Mischung aus rätselhaftem Verbrechen und der Suche nach der Wahrheit zieht Leser in ihren Bann. Ein wesentlicher Punkt ist dabei der Spannungsbogen. Der Leser möchte auf eine fesselnde und spannende Reise mitgenommen werden. Wie schafft man es also als Autor Spannung aufzubauen und (ganz wichtig) aufrechtzuerhalten?

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Der Aufbau von Krimis folgt bestimmten Regeln, die durch geschicktes Storytelling umgesetzt werden. Ziel dabei ist es, dass der Leser an den Seiten klebt und das Buch nicht aus der Hand legen kann, weil er unbedingt wissen möchte wie es weiter geht. Die drei wichtigsten Faktoren dafür lauten Cliffhanger, Wendungen und Enthüllungen. Hier ein paar Tipps, die zur Konstruktion eines packenden Plots hilfreich sein können:

  1. Einführung
    Der Leser muss direkt zu Beginn in die Geschehnisse hineingezogen werden und die Protagonisten kennenlernen. Viele Krimis beginnen mit einem Knall, einer fesselnden Szene, die den Fall oder das Verbrechen vorstellt. An dieser Stelle müssen noch nicht alle Details verraten werden. Die Neugier soll geweckt werden, z. B. wird eine unbekannte Leiche gefunden oder ein reicher Erbe erhält einen Erpresserbrief. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Gleichzeitig werden die Hauptfiguren eingeführt. Starke Charaktere, die überzeugend handeln und mit denen sich der Leser identifizieren kann, sind gefragt.
  2. Konflikte und Spuren
    Dem Leser wird ein Konflikt zwischen den Hauptfiguren präsentiert. Oder es wird ein mysteriöses Rätsel vorgestellt, welches der Protagonist lösen muss. Spuren werden analysiert und mögliche Täter platziert. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Täter und Ermittler. Unerwartete Wendungen und Hindernisse, falsche Fährten und neue Erkenntnisse lassen die Spannung steigen. Am Ende eines jeden Kapitels kann mithilfe von Cliffhangern ein fesselndes Lesevergnügen erzeugt werden. Das bedeutet, dass z. B. eine dramatische Situation oder ungelöste Fragen hinterlassen werden. Diese Momente sind echte „Page-Turner“ und zwingen den Leser zum umblättern.
  3. Zeitnot und Tempo
    Eine schnelle Handlung und Zeitdruck geben das Gefühl, dass jederzeit etwas passieren kann. Ein Wettlauf gegen die Uhr kann den Leser in Atem halten. Allerdings sollte der Autor den Leser nicht durch die Handlung hetzen. Es sollte ein gutes Maß zwischen Action und ruhigen Momenten gefunden werden. Hier ist Fingerspitzengefühl für das richtige Tempo gefragt.
  4. Wendungen und Sichtweisen
    Unerwartete Enthüllungen und überraschende Wendungen motivieren zum Weiterlesen. Davon kann es gar nicht genug geben. Diese Twist-Momente sollten jedoch unbedingt logisch und nachvollziehbar sein, da sonst der Sinn der Handlung verloren geht. Parallele Handlungsstränge können Einblick in die unterschiedlichen Sichtweisen der handelnden Figuren geben. Diese Handlungsstränge sollten miteinander verknüpft sein und zur Lösung des Hauptkonfliktes beitragen. Auch hier ist unbedingt auf Logik zu achten.
  5. Enthüllung
    Eine gute Methode, um auch im Schlussteil die Spannung zu steigern, ist es, den Leser miträtseln zu lassen. Mit genügend Informationen und Hinweisen, die er mit den Hauptfiguren teilt, kann er versuchen das Rätsel zu lösen. Der Höhepunkt des Spannungsaufbaus gipfelt in der Enthüllung des Täters. Nach all den Wendungen, falschen Abzweigungen und Verdächtigungen sollte die Lösung des Falles befriedigend und schlüssig sein, überraschend und dennoch im Einklang mit den vorherigen Ereignissen.
    Der Spannungsbogen in Krimis ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Das Einführen der Protagonisten und des Kriminalfalles, das Platzieren von Hinweisen und falschen Spuren, unerwartete Wendungen und ergreifende Cliffhanger lassen die Spannung steigen. Die Entwicklung der Charaktere ist ebenso wichtig wie eine prickelnde Atmosphäre. Detaillierte Beschreibungen können eine bedrohliche Stimmung erzeugen und geben dem Leser das Gefühl, am Ort des Geschehens zu sein. Die Spannung sollte durch die gesamte Handlung aufrechterhalten werden. Ein erfolgreicher Krimi lässt den Leser bis zum Ende mitfiebern. Abschließend sei gesagt, dass es kein Patentrezept für den perfekten Spannungsaufbau gibt. So wie jeder Autor seinen eigenen Stil hat, hat auch jeder Leser seinen eigenen Geschmack.

Gastautorin Claudia Hebestreit

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