Fremdsprachige Autoren, die in Deutschland leben, haben oft das Problem, dass sie zwar gut deutsch sprechen, aber im Schriftlichen unsicher sind oder Probleme mit der Grammatik haben.

Auch uns erreichen Beiträge zu Schreibwettbewerben, die einen hohen Korrekturbedarf haben. Bei kurzen Texten nehmen wir diesen durchaus auf uns, wenn wir den Text an sich gut finden. Längere Texte sortieren wir dann leider aus, weil wir weder das Personal noch die Zeit haben, hier zu investieren. Dabei sind die Ideen hinter den Geschichten oft richtig gut.

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Manuskripte in der Muttersprache schreiben

Was spricht dagegen, in der Muttersprache zu schreiben? Muss es der deutsche Buchmarkt sein, der erobert werden will? Vielleicht gibt es ja auch genug Kunden im deutschsprachigen Raum, die Bücher in der Sprache lesen würden.

Das Problem für uns kleine Verlage ist da natürlich, dass wir nicht in jeder Sprache einen Lektor oder Übersetzer parat haben können. Wenn wir extern diese Aufträge vergeben, sind diese zum Teil sehr teuer. Damit lohnt sich für uns – und damit spreche ich jetzt ausschließlich für die Textgemeinschaft – dieser Weg nicht so.

Ein Manuskript annehmen und so veröffentlichen, wie es geliefert ist, birgt die Gefahr, dass Texte veröffentlicht werden, die man selbst ethisch in keinster Weise vertreten kann. Wer sagt mir denn, dass der albanische Liebesroman auch ein Liebesroman ist und nicht die Verherrlichung eines radikalen Politikers? Ich würde es jedenfalls nicht verstehen. Und bin auch nicht bereit, hier die Verantwortung für die Veröffentlichung zu tragen.

Wer als Autor den Weg über die eigene Muttersprache gehen will, kann bei uns ein Angebot anfordern, für die Unterstützung der Herausgabe im Eigenverlag.

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Manuskripte einsprechen und transkribieren lassen

Ein anderer Weg wäre die Transkription von eingesprochenem Text. Es gibt Schreibbüros, die darauf spezialisiert sind. Oder man bietet diese Aufgaben auf verschiedenen Jobbörsen im Internet an. Bei der Auftragsvergabe sollte vereinbart werden, dass Zeichensetzung und Grammtik so gut es geht korrigiert werden. Damit wäre das Letorrat für kleine Anbieter wie die Textgemeinschaft auch wieder zügig zu leisten und bedeutet keinen großen Aufwand. Da wir selbst auch immer wieder mal Texte transkribieren lassen, können wir dies ggf. auch in einem Angebot mit berücksichtigen.

Veröffentlichung zum Nulltarif

Eine Veröffentlichung in deutscher Sprache zum Nulltarif, ist für einen fremdsprachigen Autor mit unperfekten Deutschkenntnissen, nicht möglich. Wege zur finanziellen Unterstützung wären Crowdfunding oder andere Spendenkanäle. Manchmal schreiben Stiftungen oder auch Städte Stipendien aus. Wenden Sie sich an die Partnerstädte in Deutschland, die mit Städten in Ihrem Land verbandelt sind. Hier mag es Wege geben. Und wenn es den Weg noch nicht gibt, so kann er vielleicht durch die Idee und die Anfrage geschaffen werden.

Wenn Sie in eine Veröffentlichung investieren wollen und können, hier aber Hilfe brauchen, dann fragen Sie nach einem Angebot.

verlag [[äddtt]] textgemeinschaft.de