Du hast die perfekte Geschichte für eine Ausschreibung, aber die Obergrenze liegt bei 7.500 Zeichen und du bist bei 8.024? Oder andersherum: Du musst 40.000 Zeichen füllen, kommst aber nur auf 35.000?
Das präzise Einhalten der Längenvorgaben ist keine Option, sondern eine Grundvoraussetzung für die Wettbewerbsteilnahme. Wir zeigen dir, warum die Zeichenzahl inklusive Leerzeichen (ZiL) so wichtig ist und wie du deinen Text millimetergenau zuschneidest.
1. Die harte Wahrheit: Zeichenzahl ist gleich Disqualifikation
Jurys und Verlage sortieren Tausende von Einsendungen. Texte, die die formalen Kriterien (Schriftart, Zeilenabstand oder eben die Textlänge) verletzen, werden oft sofort aussortiert. Es ist der schnellste Weg, die Einreichungsflut zu reduzieren.
Worauf du achten musst:
- ZiL vs. Z: Lies die Ausschreibung genau. Wird die Länge in Zeichen inklusive Leerzeichen (ZiL) oder nur in Zeichen ohne Leerzeichen angegeben? Der Unterschied kann schnell mehrere hundert Zeichen ausmachen.
- Wort vs. Zeichen: Manche Wettbewerbe (seltener) geben Wortzahlen vor. Achte darauf, dein Zählwerkzeug korrekt einzustellen. Die meisten Schreibwettbewerbe nutzen jedoch Zeichen als harte Währung.
- Der Titel zählt mit: Prüfe, ob Titel, Name des Autors oder etwaige Gliederungen zur gezählten Länge gehören. Im Zweifel: rechne sie mit ein, um sicherzugehen.
2. Praktische Tools: Zählen und Kontrollieren
Verlasse dich nie auf die Standard-Wortzählung deiner Schreibsoftware. Nutze spezialisierte Tools zur Manuskript-Zählung.
- Online-Zähl-Tools: Es gibt zahlreiche kostenlose Online-Tools, die deinen Text schnell und zuverlässig in ZiL, Zeichen ohne Leerzeichen und Wörter aufschlüsseln. Nutze diese, um das Ergebnis deiner Textverarbeitung zu verifizieren.
- Dein Word/Pages-Programm: In Microsoft Word findest du die Zeichenzahl unter „Überprüfen“ -> „Wörter zählen“. In Apple Pages klickst du oben auf „Anzeigen“ -> „Wortzähler“ und stellst die Option auf „Zeichen (mit Leerzeichen)“ ein.
3. Strategien zur Längenanpassung
Dein Text ist zu lang oder zu kurz? Hier sind zwei strategische Ansätze, um die Textlänge zu manipulieren, ohne die Story-Qualität zu gefährden.
Dein Text ist ZU LANG (Kürzung):
- Eliminiere Weichspüler: Streiche alle Füllwörter, Adverbien (sehr, wirklich, total) und unnötige Modalverben (dürfte, könnte, sollte).
- Direkte Rede statt Beschreibung: Kürze Beschreibungen von Emotionen (Er sah traurig aus) und ersetze sie durch Dialog oder konkrete Handlung („Es ist aus“, sagte er und sah auf den Boden).
- Adjektive straffen: Suche nach schwachen Substantiven, die von vielen Adjektiven gestützt werden (das große, rote, schwere Buch) und ersetze sie durch ein starkes Wort oder lass Adjektive weg.
Dein Text ist ZU KURZ (Verlängerung):
- Sinneswahrnehmungen einbauen: Fehlen deinem Text Atmosphäre und Tiefe? Ergänze gezielt Beschreibungen von Gerüchen, Geräuschen, Temperatur oder Texturen, um die Szene zu verankern.
- Wichtige Dialoge entfalten: Ist ein Dialog zu knapp geraten? Lass die Charaktere einen Moment länger sprechen, um ihre Gefühle oder ihre Argumentation detaillierter darzustellen.
- Innere Monologe nutzen: Bei Romanausschnitten oder komplexen Kurzgeschichten kannst du die Gedanken und die psychologische Tiefe deiner Hauptfigur ausführen. Das erhöht die Story-Relevanz und füllt die Seiten.
Die genaue Einhaltung der Längenvorgaben ist ein Beweis deines professionellen Schreibhandwerks. Nimm dir für diesen letzten Kontrollschritt ausreichend Zeit!


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