Magie, fremde Welten und Abenteuer: Die Phantastik ist eines der beliebtesten Genres in der Kinder- und Jugendliteratur. Doch während du in der Erwachsenen-Fantasy ganze Bände für das Worldbuilding nutzen kannst, musst du bei jungen Lesern schneller zur Sache kommen.
Der renommierte Rattenfänger-Literaturpreis der Stadt Hameln zeichnet alle zwei Jahre herausragende Werke aus und ist damit ein idealer Kompass für alle, die in diesem Genre Fuß fassen wollen. Wir analysieren, was junge Phantastik braucht, um zu begeistern.
1. Das Besondere am Rattenfänger-Literaturpreis
Der Rattenfänger-Literaturpreis (dotiert mit 5.000 Euro) hat einen hohen Stellenwert. Er konzentriert sich bewusst auf Erzählungen, die Märchen, Sagen oder Legenden behandeln oder ihnen entlehnt sind. Dies bietet einen spannenden Rahmen für moderne phantastische Ideen.
Was du lernen kannst:
- Tradition trifft Moderne: Der Preis zeigt, dass selbst die ältesten Story-Konflikte (Gut gegen Böse, der einsame Held, das unerklärliche Ereignis) in moderne Settings übertragen werden können.
- Klare Moral ohne erhobenen Zeigefinger: Gute Kinder- und Jugendphantastik beleuchtet ethische Fragen, ohne zu belehren. Die moralische Entwicklung muss aus der Story-Relevanz der Handlung entstehen.
2. Worldbuilding für die junge Zielgruppe
Das Erschaffen einer überzeugenden Fantasy-Welt ist dein Schlüssel zum Erfolg. Aber junge Leser haben eine geringere Toleranz für langatmige Expositionen und lange Erklärungen.
Die 3 Regeln für junges Worldbuilding:
- Zeige, nicht erkläre: Lass die Magie oder die Regeln deiner Welt durch die Augen deiner Protagonisten entdecken. Wirf den Leser in media res (mitten ins Geschehen), wo die fantastischen Elemente bereits Teil des Alltags sind.
- Ein starker Anker: Verankere deine phantastische Welt immer fest in der realen Erfahrungswelt der Kinder oder Jugendlichen. Ein magisches Portal im eigenen Kinderzimmer oder ein mysteriöser Gegenstand im Schulranzen schaffen sofort eine emotionale Brücke.
- Wähle das passende Alter: Für Kinderliteratur (z.B. bis 10 Jahre) ist das Worldbuilding oft spielerisch, die Bedrohung klar definiert. Für Jugendliteratur (Young Adult) darf die Welt komplexer sein, die moralischen Grauzonen zunehmen. Der Rattenfänger-Preis fokussiert sich oft auf Erzählungen für Leser von 8 bis 14 Jahren.
3. Die Protagonisten-Perspektive: Authentizität siegt
Deine Charaktere sind der emotionale Zugang zur Phantastik. Besonders die Jugendliteratur lebt von Figuren, mit denen sich die Leser identifizieren können, auch wenn sie gegen Drachen kämpfen.
- Der glaubhafte Antrieb: Warum macht der Protagonist das Abenteuer mit? Es muss ein tief persönlicher Grund sein (Suche nach Eltern, Rettung eines Freundes, Selbstfindung).
- Die Schwächen sind wichtig: Deine jugendlichen Helden dürfen Fehler machen, an sich zweifeln und Rückschläge erleiden. Diese Menschlichkeit, dieses Schreibhandwerk in der Charakterzeichnung, macht sie für junge Leser zugänglich.
- Die Erwachsenen: Helfer, keine Retter: Gib den erwachsenen Figuren nie die Kontrolle über die Lösung des Problems. Das Abenteuer muss von der jungen Generation selbst gemeistert werden.
Wenn du dein nächstes phantastisches Manuskript für die Wettbewerbsteilnahme vorbereitest, denke daran: Erzähle eine Geschichte, die du selbst als Kind oder Jugendlicher unbedingt hättest lesen wollen.


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