Nach der Messe ist vor dem Buch: Deine 5 Schritte zur erfolgreichen Nachbereitung

Der Trubel der Leipziger Buchmesse (LBM), Frankfurter Buchmesse (FBM) oder anderer Literaturfestivals ist vorbei. Jetzt beginnt die Phase, in der die eigentliche Arbeit Früchte trägt: die Nachbereitung. Die Kontakte, die du geknüpft, und die Eindrücke, die du gesammelt hast, sind wertloses Material, wenn du sie nicht sofort in konkrete Handlung umsetzt.

Die Zeit direkt nach der Messe ist entscheidend für deinen Wettbewerbsvorteil. Sie entscheidet, ob dein Networking zu einer Veröffentlichung oder einer langfristigen Kooperation führt.

1. Die Kontakt-Aktion: Sortieren und Priorisieren

Die Visitenkartenstapel müssen sofort bearbeitet werden. Warte nicht länger als 72 Stunden.

  • Sortiere in A, B, C:
    • A-Kontakte (Sofort-Aktion): Lektoren oder Agenten, die ausdrücklich um dein Exposé oder eine Leseprobe gebeten haben.
    • B-Kontakte (Mittel-Aktion): Autoren, Journalisten, Blogger oder Veranstalter, mit denen du über mögliche Kooperationen gesprochen hast.
    • C-Kontakte (Langzeit-Aktion): Allgemeine Kontakte von Ständen oder Events.
  • A-Kontakte-Aktion: Sende sofort eine präzise E-Mail, die den Messe-Kontext nennt („Vielen Dank für das Gespräch am Verlag X-Stand am Y-Tag…“). Füge nur das an, was verlangt wurde (meist Exposé, Synopsis, kurze Leseprobe).

2. Die Recherche-Phase: Verlage und Programme verifizieren

Du hast auf der Messe Verlage entdeckt, die zu deinem Genre passen. Nun musst du prüfen, ob dein Manuskript auch wirklich in deren Programm passt.

  • Tiefenanalyse: Besuche die Websites der vielversprechendsten Verlage. Welche Story-Konflikte dominieren dort? Welche Textlänge haben die erfolgreichen Titel?
  • Die Absage-Falle: Wenn ein Verlag gerade einen Roman veröffentlicht hat, der deinem thematisch zu ähnlich ist (Story-Relevanz-Konkurrenz), solltest du von einer Einreichung absehen. Deine Recherche beugt unnötigen Ablehnungen vor.
  • Lerne vom Messe-Feedback: Schreibe das Feedback von Lektoren (auch Absagen) in dein Notizbuch. Diese professionelle Einschätzung deines Schreibhandwerks ist Gold wert.

3. Die Content-Maschinerie: Dein Blog-Booster

Nutze die Eindrücke der Messe, um Content für deine Autoren-Website zu generieren.

  • „Messe-Moment“-Beiträge: Schreibe über deine Top-3-Entdeckungen oder die wichtigsten Trends, die du gesehen hast. Das schafft aktuelle Story-Relevanz auf deinem Blog.
  • Dankbarkeit: Erwähne die Schreibenden oder Organisationen, mit denen du interessante Gespräche hattest (Achtung: nicht die Lektoren der A-Kontakte, sondern andere Autoren oder Blogger). Das ist gutes, indirektes Networking.

4. Das Manuskript-Upgrade: Lücken schließen

Nach der Konfrontation mit der Fülle veröffentlichter Literatur solltest du dein Manuskript noch einmal kritisch prüfen.

  • Ist der Story-Konflikt stark genug? Hat die Messe gezeigt, dass andere Autoren mutigere, größere Konflikte wagen?
  • Die Lese-Probe: Nimm dir drei Passagen aus den Bestsellern, die du auf der Messe gehört hast, und halte sie neben deine eigene kurze Leseprobe. Musst du dein Schreibhandwerk in Sachen Tempo oder Präzision nachjustieren?

5. Der Plan für die nächsten sechs Monate

Fasse alle Erkenntnisse zusammen und erstelle einen konkreten Zeitplan.

  • Einreichungs-Deadline: Setze klare Termine für die Überarbeitung deines Exposés und die Einreichung bei den A-Kontakten.
  • Wettbewerbsteilnahme: Nutze die Liste der entdeckten Genres und Verlage, um gezielt Wettbewerbe zu recherchieren, die zu deinem Stil passen.

Die Messe war Inspiration; die Nachbereitung ist Strategie.

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